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Ausgangspunkt: Wolfen, Bergstraße 13. Dort packe ich meine Sachen und mein Gepäck umfasst schließlich einen Koffer, einen (meinen grün/türkis-lila) Rucksack, die neue Tasche (Umhängetasche für jeden Tag) und dann gesellt sich noch ein Stoffbeutel dazu mit Proviant. Neben Klamotten von Flip-Flops bis Strickjacke, und Kosmetik, habe ich Handtücher, Bettwäsche fürs erste (Schlafsack, Kissen, Bettlaken), Grundausrüstung für Schreibtisch und Gemütlichkeit und einen kleinen Radiowecker (Georg sei Dank!!!) an Bord.

"Voll bepackt mit vielen Sachen, die das Leben schöner machen, hinein ins *Südlandfeeling*!"

Und los geht's. Mama und Papa fahren mich mit dem Auto nach Leipzig, da hat das Gepäck genug Platz und wir essen zum Abschied in einem Restaurant. An diesem Abend gönne ich mir eine gute Rindsroulade mit Rotkohl und Klößen - damit mich die französische Küche nicht aus der Fassung bringt ;-) Gestärkt und pünktlich (selten so früh am Bhf gewesen!!! ...wer Familie Seifert kennt, der weiß wie ungewöhnlich es ist, diese 20 min vor Abfahrt des Zuges am Gleis stehen zu sehen...). Somit geht es auf die Reise: planmäßige Abfahrt des Zuges 25.09.2006, 22.10 Uhr Hauptbahnhof Leipzig (ich betone planmäßig, weil der Zug ungefähr 10 min Verspätung hatte, was aber keine Auswirkung auf den weiteren Verlauf der Reise hatte.) und planmäßige Ankunft am 26/09/2006 19.01h à Toulouse. Die Route, für die ich mich schließlich entschieden hatte, führt von Leipzig über Basel SBB, Genf=Genève, Monpellier Saint-Rochelle nach Toulouse-Matabiau; Dauer: 20.51h; Preis: 163 € (mit Bahn-Card 50 und Jugendermäßigung). Hinein also ins Vergnügen - in den CNL (=City Night Line), den Nachtzug, der mich den ersten großen Teil der Strecke einmal quer durch Dtl fährt. Viel Schlaf habe ich nicht gefunden, bin immer wieder mal aufgedöst, aber es war sehr bequem und ich hatte ein ruhiges Abteil. Ein 6-Personen-Abteil mit rechts und links je 3 Liegen übereinander. Man findet beim Einsteigen ein bezogenes Kissen, ein Laken (als eine Art Schlafsack) und eine Deck vor, was man sich dann zurechtwurschteln kann. Ich lag ganz oben, was den Vorteil hat, dass man ein bisschen mehr Stauraum zur Verfügung hat - am Kopfende ist der Raum oberhalb des Flures ausgenutzt! Praktisch!!! Somit habe ich die erste Etappe, den ersten großen Teil der Strecke schnell zurückgelegt ohne viel davon mitzubekommen... /

Wider Erwarten wachte ich in Basel nicht bei Sonnenschein, sondern bei diesigem Nieselwetter auf. Die Stunde Aufenthalt nutzte ich, um einen Schritt aus dem Bahnhof* zu treten. Die Innenstadt schien überschaubar und da ich meinen Koffer im Schließfach geparkt hatte, konnte ich bequem -nur mit Rucksack und Umhängebeutel- eine Runde drehn und mir die Beine vertreten, was beim vielen Zugfahrn und damit verbundenem Sitzen nur ratsam ist. Aus dem Bahnhof Basel SBB* (es gibt zwei große Bhf. in Basel - mein Umsteigebhf war der hintere von Dtl aus gesehn, weil dort die Züge weiter Richtung Genève (=Genf) und weiter Richtung Frankreich fahren). Wie von alleine schlug ich einen Weg ein, zunächst durch eine kleine Grünanlage und steuerte Richtung Theater* und der dort befindlichen Elisabeth-Kirche, an der mich der Eingang*, versehn mit Speisekarte und Tischchen, einlud einen Latte Machiato zu trinken. Zur Erklärung: am seitlichen Eingang und dem Turmzugang ist dort ein kleines gemütliche Cafe* eingerichtet. Der Wirt erklärte mir dann, dass die Kirche in vielfältiger Weise genutzt werden würde - für kulturelle und religiöse Veranstaltungen: von Hochzeiten, über Ausstellungen, Empfänge bis zu Disco und Konzerten... Multifunktional und lebendig! Dort verweilte ich und schrieb eine erste Karte an meine Oma um sie auf dem laufenden zu halten (sie ist schließlich nicht ans Internet angebunden...). Nach diesem kurzen Aufenthalt, bezahlte ich mit meinem kleinen Budget an CHF* (Schweizer Franken) und eilte zurück zum Bhf. 9.05Uhr Gleis 12* Abfahrt des Zuges, hindurch ans andere Ende der Schweiz. Wie bereits erwähnt, beim Blick aus dem Fenster Nebelschwaden in den Tälern und angeschwollene und braune Flüsse. Eine Mitreisende berichtete mir, dass es die letzten Tage nur geregnet habe...

Die Buchen im Tal an der Stecke stehen in üppigem Grün, und weichen mit den zurückgelegten Kilometern Weinhängen* und beispielsweise dem Neuchataler-See* und auch die Menge an sichtbaren Kühen, die auf der Wiese weiden vergrößert sich deutlich. Auch die Sonne lässt sich immer mal blicken. Insgesamt war alles satt grün dort und macht einen gesunden Eindruck. In meinem Schleusenmobil wechselt die Ansage zwischen "Prochain arret" und "Nächster Halt" hin und her und macht mir deutlich, dass ich mich am westlichen Rand der Schweiz durch Sprachgrenzen bewege. Es wechselt zwischen Französisch, Deutsch und Deutsch/Französisch. Auch in der kostenlosen Tageszeitung (=quotidien gratuit), die im Zug ausliegt, "Le Matin Bleu", folgt der Rubrik "Lausanne et Romandie" (> Lausanne und frz Teil), "Suisse" (die andere/ restliche Schweiz) und "Monde" (>Welt).

Somit einmal quer durch die Schweiz und in Genève eingetroffen, steuern die bereits erwähnte Mitreisende und ich ein Cafe an um eine Stunde Aufenthalt zu füllen. Wir wechseln uns mit "Kofferwachdienst" ab: sie fahndet an der Information ihrem Koffer nach, den sie im Zug stehen ließ und ich vertrete mir wiederum die Beine. Aus dem Bhf* herausgetreten, folge ich der Straße die leicht linker Hand geradezu zum Wasser führen soll. Ein paar Ampeln überquert, an denen die roten und grünen Männchen sich nebeneinander abwechseln und am regsamen Straßenleben mit Auto, Motorrollern und vielen Menschen, sehr vielfarbigen, internationalen, vielen Anzug-tragenden Männern (!!!), chicen und weniger chicen vorbeieile und einen Moment mitgehe. Hin also zum Wasser, zur Promenade am Genfer See*. Kurzerhand spreche ich eine Passantin an für ein Foto*, und bin stolz wie selbstverständlich bereits frz Worte aus meinem Munde kommen. Nach einem kurzen verdutzten Gesicht ihrerseits macht sie mir deutlich, dass sie eher English bevorzugt... Mein Resumé für Genf=Genève nach einer Runde ums Carré: is bunt und brummt!!!

Weiter geht's. 12.40Uhr fährt der TGV Genève-Montpellier. Ganz nebenbei zeigt man seinen Ausweis, um durch einen langen schmalen Gang die Treppe zum Gleis zu gelangen. Somit hatte ich die Grenze nach Frankreich überschritten und kam meinem Ziel entschieden näher. Ich durchfuhr merklich das Département Rhône-Alpes - Berge zu beiden Seiten, mal höher, mal niedriger, mal zerklüftet oder zu Teilen der Hang abgerutscht... Mit der Zeit nimmt die Üppigkeit der Vegetation ab, es wird trockener, die Erde färbt sich von grau-beigen Alpengestein immer bräuner, rotbraun, erdig. Die Berge werden zunehmend runder und fließender, die Bäume hingegen spitz zulaufender, was gleich ein mediterranes Flair vermittelt. Hätte man mich dort ausgesetzt, ich hätte prompt gesagt: "Wow, im schönen Italien...". Naja, es wirkt jedenfalls so - südliche Länder werden sich in diesem äußerlichen Punkt wohl ähneln...

Die weitere Fahrt verlief ohne Reibereien, ich drückte mir hin und wieder die Nase platt und der kurze Aufenthalt - diesmal wirklich nur zum Umsteigen, in Montpellier rüttelte mich kurz wach und brachte mir kurz Boden unter den Füßen.

Nun gut, erwähnenswert wäre dann, die Küstenfahrt um Sête herum. An dieser Stelle kommt man in den Genuss auf die Küste und somit das Mittelmeer - Wasser bis zum Horizont... zu blicken!!! Zum Glück war mein Verlangen auch Toulouse zu erreichen so groß, dass ich mich beherrschen konnte die Notbremse zu ziehen. War wohl besser so, auch wenn ich gegen einen Strandspaziergang nichts ausuwendengehabt hätte! *

Die Sonne sank und ich konnte mich vor Aufregung nicht mehr halten, so machte ich einen Freudensprung, den Erdboden zu betreten, der mich nun unter dem Namen Toulouse begleiten soll! Dass ich versuchte meinen Koffer loszuwerden, um zum Wohnheim weniger Gepäck dabei zu haben, leider aber das Schließfach zu klein war, führe ich nicht weiter aus. Auch dass ich noch ein halbes Stündchen auf dem Bhfsplatz saß und auf Hermann wartete, sei jetzt nicht der Rede wert - schließlich wurde mir währenddessen ein volkstümliches Konzert incl Tanz geboten. Das nenn ich Begrüßung! Und konnte den ersten Straßenjargon durch meine Rübe bewegen - wo ich mehr oder weniger Bhf verstand ;-)

Hinein spaziert also in die Stadt, die mir ein halbes Jahr Unterkunft mit diesen und jenen Aktivitäten sein wird!

 

 

 

 




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